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Wie kann man Artenvielfalt im Garten fördern?

Der Naschgarten Türkenfeld veranstaltete am 15. Januar einen Infoabend, bei dem das neue Projekt „Blühwiese“ im Naschgarten vorgestellt wurde (hierfür werden weitere Aktive und helfende Hände gesucht!). Highlight des Abends war der Vortrag von Tine Klink (Bild oben), Trägerin der Bayerischen Umweltmedaille, die viele Tipps rund um das Thema Artenvielfalt im heimischen Garten gab.

Vor rund 40 Zuhörern gab die Umweltpädagogin anschauliche Einblicke in die Bedeutung naturnaher Gärten und zeigte, wie bereits mit einfachen Maßnahmen ein wertvoller Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt geleistet werden kann. Dabei machte sie deutlich, dass es weniger um perfekte Gestaltung gehe, sondern vielmehr darum, der Natur Raum zu geben. Bedeutsam sind neben der richtigen Mahd und dem Verzicht auf starke Düngung ein Weniger an Ordnung und dafür mehr „wilde Ecken“ im eigenen Garten, die auch mal unperfekt und vielfältig sein dürfen.  Sehr einprägsam erläuterte die Insektenrangerin dies am Beispiel des Löwenzahns – wer weiß denn schon, dass 70 Wildbienenarten vom Löwenzahn profitieren und er damit seinen Platz im Garten haben sollte?

Geduld ist das A und O
Viele Gärten sind heute nämlich aufgeräumt, kurz gemäht und pflegeleicht gestaltet. Für heimische Tiere und Pflanzen bedeutet das oftmals: wenig Nahrungsangebot, kaum Verstecke und wenig geeignete Plätze für die Eiablage und den Nachwuchs. Eine wichtige Rolle spielen hierbei heimische Wildpflanzen, die allerdings auf mageren Böden am besten gedeihen. Statt einer arbeitsintensiven Abmagerung durch Abtragen der obersten Humusschicht und Anreichern mit Sand empfiehlt Frau Klink „mit dem Vorhandenen sinnvoll umzugehen“. Dabei ist Geduld der wichtigste Gartentipp – denn ein naturnaher Garten entsteht nicht über Nacht, sondern zahlreiche Pflanzen, die ihren Weg in den Garten finden, blühen erst im zweiten Jahr und auch Insekten entdecken neue Lebensräume oft nach und nach. Zudem sollte die Maht der Blühfläche am besten nicht zu früh und weniger häufig im Jahr erfolgen – am besten mit einer Sense oder einem Balkenmäher, um so wenig Insekten wie möglich zu verletzen. Auch Blattläuse darf man mal aushalten, bis im Mai die Marienkäfer da sind und sich über das üppige Nahrungsangebot freuen.

Stauden werden am besten im Mai zurückgeschnitten, auf nächtliche Beleuchtung sollte möglichst verzichtet werden (am besten nach unten gerichtete Strahler in warmen Farben verwenden) und wer Platz erübrigen kann, kann der Tierwelt mit Hecken, Totholz als Lebensraum, Trockenmauern, Sträuchern und einem sandigen Bereich etwas Gutes tun. Denn die Mehrzahl der Wildbienenarten nistet im Boden und nutzt die vielfältig angebotenen Insektenhotels gar nicht.

Wie wir mit diesen Tipps nun das neue Projekt im Naschgarten umsetzen und was ihr davon alles mitnehmen könnt, erfahrt ihr bei unserem Treffen am 15. Februar um 14 Uhr im Naschgarten. Wer mitmachen möchte, ist herzlich eingeladen – meldet euch einfach an unter naschgarten(at)buergerverein-tuerkenfeld.de oder kontaktiert uns telefonisch – Mobilnummer bitte der Naschgarten-Website entnehmen.

Verena Deiss

Die Veranstaltung war mit knapp 40 Teilnehmern gut besucht